So wird Ihr Rasen nach dem Winter wieder dicht und gesund. Alles zu Düngung, Schnitt, Vertikutieren und Nachsaat im Frühjahr.

Warum der Rasen nach dem Winter geschwächt ist

Nach den Wintermonaten ist ein Rasen meist sichtbar geschwächt und es fehlt ihm Entscheidendes unter der Oberfläche. Während der Wintermonate lebt der Rasen von seinen Reserven, das Wachstum ruht, die Wurzeln arbeiten nur minimal und das Bodenleben ist stark reduziert.

Durch die Schneedecke wird die Luftzufuhr reduziert, was zu Sauerstoffmangel im Wurzelbereich führen kann, und langanhaltender Regen wäscht die Nährstoffe aus. Die Grünfläche wirkt müde und zeigt blasse Lücken. Liegen die Bodentemperaturen wieder regelmässig über acht Grad, regt sich wieder Leben im Rasen.

Auch die Rasenfreunde juckt es jetzt in den Fingern und Füssen, der Vorfrühling macht sich mit wärmenden Sonnenstrahlen und Vogelgezwitscher bemerkbar. Die Versuchung ist gross, mit der Rasenpflege zu beginnen – doch Aktionismus ist zu diesem Zeitpunkt denkbar ungeeignet. Geduld und ein gut gewählter Rasendünger bringen mehr als jedes hektische Eingreifen.

Rasen düngen im Frühjahr – wann ist der richtige Zeitpunkt?

Das Frühjahr ist eine wichtige Regenerationsphase für den Rasen und in diesem Zeitraum haben die Gräser den höchsten Nährstoffbedarf. Ab ungefähr 5 °C Bodentemperatur sprechen wir von Wachstumsbeginn, doch sollten die Temperaturen stabil über 8-10 °C liegen und der Rasen sichtbar wachsen, bevor wir mit der Frühjahrsdüngung beginnen. Ebenso wichtig: Der Boden sollte abgetrocknet sein.

Welcher Dünger ist der richtige? NPK einfach erklärt

Damit sich ein Rasen optimal entwickeln kann, ist eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung nötig. Aus Kohlenstoff, Sauer- und Wasserstoff bildet die Pflanze Kohlenhydrat, als «Abfallprodukt» aus diesem Prozess entsteht Sauerstoff. Doch sind noch weitere Nährelemente nötig: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) in grösseren Mengen, darum ist hier von Makronährstoffen die Rede. Aus diesem Grund ist oft von sogenanntem NPK-Dünger die Rede.

Vom Stickstoff braucht der Rasen die grössten Mengen, für Blattwachstum sowie Wurzelmasse und Wurzelhaarbesatz. Hier ist aber auch Vorsicht geboten, denn zu hohe Stickstoffgaben führen zu grossen Pflanzenzellen und dünnen Zellwänden. Der Rasen wird dann anfälliger auf Trockenheit, Kälte, Krankheiten und mechanische Beschädigungen. Verbindungen, die den Stickstoff nur langsam abgeben, sind hier zu empfehlen, auch der Bodengesundheit zuliebe.

Für die Wurzelbildung ist Phosphor massgeblich beteiligt und fördert kräftiges und tiefes Wachstum, was unmittelbar nach dem Winter wichtig ist. Mit Kalium wird die Widerstandskraft gestärkt, es wirkt als Regulator von Stoffwechsel und Zellbildung und stärkt die Stressresistenz. Kalzium als wichtiger Bestandteil der Zellwände ist in normalen Böden meistens genügend vorhanden und wird durch die Witterung laufend freigesetzt.

Spurenelemente oder auch Mikronährstoffe wie Eisen, Schwefel oder Silizium werden nur in geringen Mengen benötigt, sind aber nichtsdestotrotz sehr wichtig.

Der erste Rasenschnitt im Frühjahr

Die Rasenernährung ist jedoch nur ein Faktor, neben dem noch andere mit einbezogen werden müssen. Dazu gehört zum Beispiel der erste Schnitt, auch dieser sollte nicht zu früh erfolgen und erst wenn der Boden trittfest ist. Ab ungefähr 8 cm Wuchshöhe wird mit (natürlich) scharfen Messern geschnitten, und zwar maximal 1/3 der Halmlänge, das heisst nicht tiefer als 4-5cm. Ein zu tiefer Schnitt schwächt den Rasen, fördert Unkraut und stresst die Pflanzen, besonders nach dem Winter.

Rasen vertikutieren – wirklich jedes Jahr?

Vertikutieren ist nicht automatisch jedes Jahr nötig und sinnvoll. Bei starkem Moosbefall, einer dicken Rasenfilz-Schicht oder verdichteter Oberfläche macht entfilzen Sinn, der ideale Zeitpunkt hierfür ist April bis Anfang Mai, bei trockenem Boden. Wichtig ist dabei, nicht zu tief zu vertikutieren, um massive Schäden zu vermeiden.

Nachsaat im Frühjahr – kahle Stellen schliessen

Bei einer allfälligen Nach- oder Reparatursaat ist der Boden leicht aufzurauen, die Saat anzudrücken und für 2 bis 3 Wochen konstant feucht zu halten. Es lohnt sich, bei der Wahl der Rasenmischung auf den Standort zu achten und ein hochwertiges Produkt zu verwenden, ebenso nicht zu dicht bzw. zu viele Samen auszubringen.

Auch im Frühjahr gilt, was für das restliche Jahr dem Rasen betreffend Bewässerung guttut: Nur bei Trockenheit wässern, lieber seltener und durchdringend. Am Morgen kann der Rasen dank der Feuchtigkeit das Wasser besser aufnehmen, darum hält Morgenstund den Rasen gesund.

So braucht es wenig und doch viel, um sich das Jahr über an einem gesunden Grün zu erfreuen. Vielfältig sind auch unsere Angebote an Beratung, Pflege- und Dünger-Abos und Produkte. Wir sind mit unserer Erfahrung und unserem Wissen gerne für Sie da.